Karpfen - Angeln, Vorkommen und Rezepte
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 00:10 Uhr Geschrieben von: Administrator
Karpfen Angeln
Vorkommen
Der Karpfen stammt ursprünglich aus dem Fernen Osten. Hier war er in den wärmeren Gewässern Chinas, Japans, Mittel- bis Kleinasiens und östlich des Schwarzen Meers heimisch.
Auf natürliche Weise verbreitete sich der Karpfen über den gesamten Donau-Raum. Vom Menschen wurde der Karpfen sehr früh als Wirtschaftsfisch entdeckt. Römer und Griechen kannten ihn und hielten ihn zum Teil in Teichen. Sehr weite Verbreitung fand der Karpfen im Mittelalter durch Mönche, die ihn als beliebte Fastenspeise in Teichen hielten und züchteten.
Im 19. Jahrhundert wurde der Karpfen in alle Kontinente verschifft und in aller Welt eingesetzt. Er hat sich auf diese Weise auf dem gesamten Globus verbreitet. In manchen Ländern und Gewässern wurde er aufgrund seiner starken Wühltätigkeit, bzw. seiner starken Vermehrung zu einer Plage.
Der Karpfen bevorzugt warme Gewässer mit schlammigem Grund und Wasserpflanzenbewuchs.
Bevorzugte Standplätze in Seen und Teichen sind vor allem im Frühjahr, die Stellen, welche die höchsten Wassertemperaturen aufweisen. Achten Sie also auf möglichst ganztägige Sonneneinstrahlung, bzw. die auflandige Windrichtung bei gleichzeitig starker Sonneneinstrahlung.
Grundsätzlich findet man den Karpfen eher an den seichten Stellen eines Gewässers, bzw. im Pflanzendickicht.
Beißzeiten
Die besten Beißzeiten des Karpfens sind im Frühjahr und Herbst die Zeiten, an welchen das Wasser die höchsten Temperaturen aufweist.
Während der warmen Sommermonate gelten allgemein die frühen Morgen- und die späten Abendstunden als beste Beißzeiten. In warmen Nächten ist auch das Nachtangeln bis etwa Mitternacht sehr aussichtsreich. Besonders große Exemplare lassen sich häufig nur bei Nacht überlisten.
Köder
Der Karpfen ist ein Allesfresser. Entsprechend vielfältig sind die in der Fachliteratur genannten Köder.
Ich werde mich allerdings in den nachfolgenden Beschreibungen auf die Teigköder, Partikelköder und die inzwischen sehr beliebten Boilies beschränken.
Den Zwiebackteig können sie sehr einfach und schnell am Wasser herstellen. Daneben eignet sich Zwieback hervorragend für sehr lange Aufbewahrungszeiten. Sie nehmen einige Stücke Zwieback, weichen diese am Wasser ein und kneten den Teig anschließend solange, bis er ausreichend fest für den Angelhaken ist. Experimentierfreudige können den Teig auch mit allen bekannten Lockstoffen versetzen. Wirklich wichtig ist dabei wenige die Art des Duftzusatzes, sondern viel mehr dass sie vorher ausreichend lange mit genau dieser Mischung angefüttert haben. Ich komme später nochmals auf diesen Punkt zurück.
Einen Kartoffelteig stellen Sie her, indem Sie etwa 1 kg gekochte Kartoffeln durch ein Sieb drücken und diese Masse anschließend mit zwei Eiern und etwa 1 kg Mehl vermengen. Der ungekochte Teig lässt sich hervorragend als Lockköder verwenden. Als Hakenköder formen Sie aus der Rohmasse kleine Klöße. Diese sollten zwischen Haselnuss und Walnussgröße geformt werden. Nach dem Kochen lassen Sie die Knödel etwas trocknen.
Den Klößchen können Sie natürlich wieder alle Arten von Aromastoffen zuführen. Denken Sie daran, dass die Karpfen Aromen eher als Erkennungsmerkmal benutzen.
Einen Maisteig stellen sie her, wenn sie Maismehl und Weissbrot zu etwa gleichen Teilen zu einem Teig vermischen. Dem Teig geben Sie anschliessend solange Zwiebackmehl hinzu, bis er die richtige Konsistenz hat.
Als Zusatz habe ich bei diesem Teig gute Erfahrungen mit dem Zusatz von Sweetener und Anisaroma gemacht.
Den Forelli-Teig stellen sie her, indem sie Forellenfutter (Mehl) und Semmelbrösel, zu gleichen Teilen und langsamer Hinzugabe von Wasser zu einem Teig verkneten. Die Semmelbrösel können Sie auch weglassen, allerdings ist dann besondere Sorgfalt beim Mischen notwendig.
Dieser Teig eignet sich hervorragend als Lock- und Anfutter beim Boilieangeln mit Forelli-Boilies.
Partikelköder
Der am meisten benutzte Partikelköder dürfte wohl Mais sein. Sie können als Köder den einfachen Dosenmais verwenden. Der beste ist hier Bonduelle. Besser als Karpfenköder jedoch ist selbst gekochter Hartmais. Dazu besorgen Sie sich von einem Landwirt Futtermais. Diesen kochen sie nun etwa 30 Minuten bis zu einer Stunde. Je nach gewünschter Härte der
Körner, lassen Sie den Mais noch nachquellen.. Eine einfache Methode für Hartmais ist auch wenn sie eine Handvoll Maiskörner in eine Thermosflasche geben. Diese Körner bedecken sie anschliessend mit kochend heißem Wasser. Die Gesamtmenge darf nur etwa ein Drittel bis max. die Hälfte des möglichen Inhalts der Thermoskanne sein. Denken Sie daran dáss sich der Mais stark ausdehnt.
Diesen großkörnigen und harten Mais, ziehen sie mit einer Ködernadel auf ein Haar - Vorfach.
Weitere sehr fängige Particles sind auch Tigernüsse, Kichererbsen oder Maples.
Erbsen lassen sie etwa 10 Stunden in Wasser quellen und kochen sie anschliessen solange, bis sich die Erbsen zwischen zwei Fingern gerade zerdrücken lassen. Die Tigernüsse müssen ebenfalls etwa einen halben Tag eingeweicht werden, allerdings bleiben diese relativ hart.
Boilie-Mixe
Variante 1 Variante 2
250 gr. Forelli-Mehl 300 gr. Birdfood
150 gr. Birdfood 300 gr. Grieß
250 gr. Grieß 300 gr. Sojamehl
200 gr. Maismehl 100 gr. Casein
150 gr. Casein
Variante 3 400 gr. Erdnußmehl
300 gr. Fischmehl 200 gr. Maismehl
300 gr. Griéß 100 gr. Milchpulver
300 gr. Maismehl 300 gr. Grieß
100 gr. Sojamehl
Variante 5 Variante 6
300 gr. Maismehl 300gr. Maismehl
200 gr. Sojamehl 300gr. Sojamehl
200 gr. Hanfmehl 200gr. Grieß
100 gr. Milchpulver 200gr. fein gemahlenen Weizen
300 gr. Grieß
Variante 7
350gr. Kürbiskernmehl
250gr. Grieß
150gr. Maismehl
150gr. fein gemahlener Weizen
100gr. Nussmehl
Diese sieben Mixe stellen die Basis der von mir benutzten Boilies dar. Selbstverständlich sollten sie den den Grundmischungen anschließend Aromen ihrer Wahl zusetzen. Welches Aroma dies ist spielt eigentlich keine große Rolle.
Folgende Regeln müssen bei der Verwendung von Aromen allerdings eingehalten werden.
1. Halten sie sich an die Mengenangaben der Hersteller. Weniger ist immer möglich, mehr sollten sie nicht nehmen.
2. Verwendet beim Anfüttern und beim Angeln die gleichen oder zumindest ähnliche Aromen
3. Regelmäßiges Anfüttern mit einem billigen Aroma bringt mehr als gelegentliches Verwenden von ausgefallenen Aromen.
4. Experimentieren ist erlaubt, erfolgreich und was noch viel wichtiger ist, es macht Spaß.
Geräte
So vielseitig wie das Karpfenangeln, sind natürlich auch die benutzten Ruten und Rollen. Beim Posenangeln bzw. am kleinen Teich kann von der groben Match- oder Feeder Rute bis zur normalen Grundrute alles zum Einsatz kommen.
Bei der Wahl des Geräts sollte man sich hier nach dem Gewässer und dessen Besonderheiten, sowie der möglichen Grösse der beangelten Karpfen richten.
In einem hindernisfreien kleinen Gewässer, macht es großen Spaß mit Waggler und Matchrute auf Karpfenjagd zu gehen.
Ansonsten hat sich das Karpfenfischen mit speziell dafür entwickelten Ruten, vor allem an großen Gewässern inzwischen durchgesetzt. Diese Ruten sollten zwischen 3,60m und 3,90m lang sein. Je nach Gewässer muss das Wurfgewicht zwischen 2lbs und 3lbs liegen.
Ich persönlich gebe inzwischen den 3,90m und 3lbs Ruten den Vorzug.
Monofile Schnur, mit Durchmessern zwischen 0,25 und 0,35 mm muss je nach Gewässer ausgewählt werden. Umso mehr Hindernisse im Gewässer erwartet werden können, bzw. um so schwerer die Zielkarpfen, desto dicker sollte auch der gewählte Schnurdurchmesser sein. Im allgemeinen ist man mit einer 0,30mm starken Leine richtig beraten.
An Haken verwendet man üblicherweise Hakengrößen zwischen 1 und 8. Beim Boliefischen muss der Haken auch der Größe der gewählten Boilies angepasst sein, da ansonsten die Karpfen nicht mehr sicher gehakt werden.
20mm Boilies => Hakengrösse 1 bis 4
16-18 mm Boilies => Hakengrösse 4-6
12-14 mm Boilies => Hakengrösse 6-8
Bei den Rigs für das Boilieangeln verwendet man am besten die erprobten Varianten. Achtet dabei auf folgendes:
- Das Haar tritt auf der Schenkel - Außenseite des Hakens aus
- die Hauptschnur tritt auf der Schenkelinnenseite des Hakens aus
- das Anti-Tangle Rohr, bzw. der Anti-Tangle Schlauch ist bei der Durchlauf - Montage länger als das Vorfach
- Bei der Selbsthak-Methode wird der Stopper kurz nach dem Ende des Anti -Tangle gesetzt
- neben dieser Montage werden meist Helikopter Montagen in verschiedenen Ausführungen benutzt
- die Bleie bzw. Rohre können mit Gummis direkt mit dem Wirbel verbunden werden. Dies reicht als Widerstand zum Selbsthaken normalerweise aus
Verwertung
KARPFEN GEBRATEN
2 Karpfen, klein
1/4 l Kalbsfond
4 Tomaten; entkernt und geviertelt Herbstliche Salate; wie Endivie, Feldsalat, Radicchio, Rucola Salzkartoffeln MARINADE SALAT 3 EL Olivenoel 2 EL Balsamessig 1 Schuss Zucker
Karpfen von Schuppen befreien und halbieren, diese Hälfte in zwei Stücke schneiden - mit Gräten - salzen und pfeffern. Kalbsfond einkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Karpfen leicht mehliert in Butterschmalz von allen Seiten braten dabei ständig mit dem Bratsud begiessen. Bratzeit 8-10 Minuten.
Für den Salat die Salatsorten säubern, trocknen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit den Tomaten und der Marinade gut vermengen. Karpfen mit Kalbsfond, Salat und Salzkartoffeln servieren.
KARPFEN Gebacken
4 Personen
1 frischer Karpfen von ca. 1,5 – 2 kg Gewicht
4 – 8 Lorbeerblätter
Ca. 100 g Schinkenspeck oder Rauchfleisch
Salz Zitronensaft
2 EL Mehl
3 EL Öl
Zubereitung:
Einen sehr frischen Karpfen gründlich innen und außen mit viel kaltem Wasser reinigen. Anschließend den Fisch mit einem scharfem Messer oder der Geflügelschere der Länge nach halbieren. Den Kopf eventuell entfernen. So entstehen zwei etwas flachere Fischstücke.
Diese auf beiden Seiten mit Salz und Zitronensaft einreiben. Auf jeder Fischhälfte an der Hautseite, in Abständen von 6 – 8 cm, mit einem scharfem Messer so tiefe Einschnitte einschneiden, damit man eine dünne Scheibe Rauchfleisch hinein stecken kann. In jeden Einschnitt eine Scheibe Speck und jeweils ein halbes Lorbeerblatt einschieben.
Den fertig vorbereiteten Karpfen auf beiden Seiten mit Mehl bestäuben und in einer großen Pfanne auf jeder Seite knusprig anbraten. Backofen auf 200 ° C vorheizen. Eine große Auflaufform oder die Fettpfanne vom Backofen bereitstellen, die beiden angebratenen Karpfenteile nebeneinander, oder übereinander in die Form geben. Mit 1 – 2 EL Öl übergießen und im Backofen ca. 30 – 40 Minuten fertig braten lassen.
Dazu serviert man einen lauwarmen Kartoffelsalat mit Gurken gemischt. Der gebackene Karpfen schmeckt aber auch, zusammen mit frischem Bauernbrot und einem knackigem Gurkensalat mit reichlich frischem Dill, sehr gut .
Fränkischer Karpfen gebacken
Zutaten für 4-6 Portionen:
2 Karpfen mit je 1,5 kg
Salz, Pfeffer, Weizenmehl
(auch gemischt mit Weizengrieß)
. . . zum Ausbacken:
Butterschmalz
Zitronenscheiben und
Petersilienzweige zum Garnieren
Für Karpfen gebacken "fränkisch" wird der ausgenommene und geschuppte Karpfen entweder der Länge nach in zwei Hälften geteilt (gespalten) oder quer in 2-3 cm breite Stücke (Tranchen) zerteilt. Die Tranchen lassen sich im normalen Haushalt leichter zubereiten, weil zum Ausbacken viel geringere Mengen an Fett nötig sind.
Zubereitung:
Die vorbereiteten Karpfenhälften oder Tranchen kräftig salzen, leicht pfeffern und ca, eine halbe Stunde ziehen lassen. Das Ausbackfett in der Friteuse oder in einem geeigneten Topf auf 160° C bis 180° C erhitzen (kleinere Fischstücke brauchen größere Hitze. größere [dickere] Fischstücke niedrigere Hitze).
Die Karpfenstücke in Weizenmehl oder in einem Gemisch aus Weizenmehl und Weizengrieß wenden und ins heiße Fett einlegen. Schwimmend backen, bis die Karpfenstücke goldbraun und knusprig sind, Fischstücke herausnehmen, auf Küchenkrepp kurz abtropfen lassen, mit Zitronenscheiben und Petersilie garnieren und sofort servieren. Als Beilagen sind Kartoffelsalat und Blattsalate zu empfehlen.
Karpfen mit Kartoffelschuppen
Zutaten für 4 Personen
300 g festkochende Kartoffeln
100 g Butter
Salz, frisch gemahlener weißer Pfeffer
300 g frische Spinatblätter
1 Knoblauchzehe
100 g Sahne
4 Karpfenfilets (grätenfrei)
etwas Zitronensaft
1 Eiweiß
Zubereitung:
Die Kartoffeln waschen, schälen und auf dem Gurkenhobel in sehr feine Scheiben schneiden.
40 g Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben darin kurz andünsten. Von der Kochplatte nehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Spinat verlesen und gründlich waschen. Die Knoblauchzehe schälen und zerdrücken. In 20 g Butter kurz andünsten, den Spinat zugeben und zusammenfallen lassen. Die Sahne unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Den Backofen auf 220°C vorheizen.
Die Karpfenfilets mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten und die Karpfenfilets mit der Hautseite nach unten nebeneinander hinlegen.
Das Eiweiß verquirlen und die Filets damit bestreichen. Die Kartoffeln schuppenartig darauf legen. Die restliche Butter in Flöckchen darauf verteilen und den Fisch auf der mittleren Schiene des Ofens etwa 15 Minuten bei 180° garen.
Den Spinat auf vier vorgewärmte Teller verteilen und mit den Karpfenfilets belegen.
Karpfen blau "Weihnachtskarpfen"

Zutaten:
2 Zwiebeln
2 EL Salz
1 TL Wacholderbeeren
1 TL Pfefferkörner, schwarz
3 Lorbeerblatt
100 g Suppengrün
1 Kg Karpfen
1/4 Liter Weißweinessig
400 g Kartoffeln
1 EL Petersilie
50 g Butter
30 g Meerrettich
Damit der Karpfen durch den Essig blau wird, darf die äußere Schleimschicht nicht verletzt werden. Den Karpfen nur mit nassen Händen anfassen.
Wasser mit Zwiebeln, Salz, Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Lorbeerblättern und Suppengrün kräftig würzen und ca. 30 Min. leicht köcheln lassen.
Den ausgenommenen Karpfen nicht schuppen. Nur von innen und außen mit Wasser abspülen. Innen leicht salzen. Auf eine Platte einen Becher stellen. Den Karpfen mit der offenen Bauchseite darüber stülpen, so dass er steht.
Weißweinessig kochen und heiß über den Karpfen gießen (geht gut am offenen Fenster). Den Karpfen mit dem aufgefangenen Essig in das leicht köchelnde Wasser geben. Ca. 20 Min. ziehen lassen.
Wenn man die Rückenflosse leicht herausziehen kann, ist der Karpfen gar. Mit einer Schaumkelle auf die vorgewärmte Platte geben.
Dazu Salzkartoffeln mit feingehackter Petersilie, ausgelassener Buttersauce, Meerrettich und einen grünen Salat reichen.













