
Vorkommen
Der Karpfen stammt ursprünglich aus dem Fernen Osten. Hier war er in
den wärmeren Gewässern Chinas, Japans, Mittel- bis Kleinasiens und östlich des
Schwarzen Meers heimisch.
Auf natürliche Weise verbreitete sich der Karpfen über den gesamten Donau-Raum.
Vom Menschen wurde der Karpfen sehr früh als Wirtschaftsfisch entdeckt. Römer
und Griechen kannten ihn und hielten ihn zum Teil in Teichen. Sehr weite
Verbreitung fand der Karpfen im Mittelalter durch Mönche, die ihn als beliebte
Fastenspeise in Teichen hielten und züchteten.
Im 19. Jahrhundert wurde der Karpfen in alle Kontinente verschifft und in aller
Welt eingesetzt. Er hat sich auf diese Weise auf dem gesamten Globus verbreitet.
In manchen Ländern und Gewässern wurde er aufgrund seiner starken Wühltätigkeit,
bzw. seiner starken Vermehrung zu einer Plage.
Der Karpfen bevorzugt warme Gewässer mit schlammigem Grund und
Wasserpflanzenbewuchs.
Bevorzugte Standplätze in Seen und Teichen sind vor allem im Frühjahr, die
Stellen, welche die höchsten Wassertemperaturen aufweisen. Achten Sie also auf
möglichst ganztägige Sonneneinstrahlung, bzw. die auflandige Windrichtung bei
gleichzeitig starker Sonneneinstrahlung.
Grundsätzlich findet man den Karpfen eher an den seichten Stellen eines
Gewässers, bzw. im Pflanzendickicht.
Beißzeiten
Die besten Beißzeiten des Karpfens sind im Frühjahr und Herbst die Zeiten, an
welchen das Wasser die höchsten Temperaturen aufweist.
Während der warmen Sommermonate gelten allgemein die frühen Morgen- und die
späten Abendstunden als beste Beißzeiten. In warmen Nächten ist auch das
Nachtangeln bis etwa Mitternacht sehr aussichtsreich. Besonders große Exemplare
lassen sich häufig nur bei Nacht überlisten.
Köder
Der Karpfen ist ein Allesfresser. Entsprechend vielfältig sind die in
der Fachliteratur genannten Köder.
Ich werde mich allerdings in den nachfolgenden Beschreibungen auf die Teigköder,
Partikelköder und die inzwischen sehr beliebten Boilies beschränken.
Den Zwiebackteig können sie sehr einfach und schnell am Wasser
herstellen. Daneben eignet sich Zwieback hervorragend für sehr lange
Aufbewahrungszeiten. Sie nehmen einige Stücke Zwieback, weichen diese am Wasser
ein und kneten den Teig anschließend solange, bis er ausreichend fest für den
Angelhaken ist. Experimentierfreudige können den Teig auch mit allen bekannten
Lockstoffen versetzen. Wirklich wichtig ist dabei wenige die Art des
Duftzusatzes, sondern viel mehr dass sie vorher ausreichend lange mit genau
dieser Mischung angefüttert haben. Ich komme später nochmals auf diesen Punkt
zurück.
Einen Kartoffelteig stellen Sie her, indem Sie etwa 1 kg gekochte Kartoffeln
durch ein Sieb drücken und diese Masse anschließend mit zwei Eiern und etwa 1 kg
Mehl vermengen. Der ungekochte Teig lässt sich hervorragend als Lockköder
verwenden. Als Hakenköder formen Sie aus der Rohmasse kleine Klöße. Diese
sollten zwischen Haselnuss und Walnussgröße geformt werden. Nach dem Kochen
lassen Sie die Knödel etwas trocknen.
Den Klößchen können Sie natürlich wieder alle Arten von Aromastoffen zuführen.
Denken Sie daran, dass die Karpfen Aromen eher als Erkennungsmerkmal benutzen.
Einen Maisteig stellen sie her, wenn sie Maismehl und Weissbrot zu etwa
gleichen Teilen zu einem Teig vermischen. Dem Teig geben Sie anschliessend
solange Zwiebackmehl hinzu, bis er die richtige Konsistenz hat.
Als Zusatz habe ich bei diesem Teig gute Erfahrungen mit dem Zusatz von
Sweetener und Anisaroma gemacht.
Den Forelli-Teig stellen sie her, indem sie Forellenfutter (Mehl) und
Semmelbrösel, zu gleichen Teilen und langsamer Hinzugabe von Wasser zu einem
Teig verkneten. Die Semmelbrösel können Sie auch weglassen, allerdings ist dann
besondere Sorgfalt beim Mischen notwendig.
Dieser Teig eignet sich hervorragend als Lock- und Anfutter beim Boilieangeln
mit Forelli-Boilies.
Partikelköder
Der am meisten benutzte Partikelköder dürfte wohl Mais sein. Sie können
als Köder den einfachen Dosenmais verwenden. Der beste ist hier Bonduelle.
Besser als Karpfenköder jedoch ist selbst gekochter Hartmais. Dazu besorgen Sie
sich von einem Landwirt Futtermais. Diesen kochen sie nun etwa 30 Minuten
bis zu einer Stunde. Je nach gewünschter Härte der
Körner, lassen Sie den
Mais noch nachquellen.. Eine einfache Methode für Hartmais ist auch wenn sie
eine Handvoll Maiskörner in eine Thermosflasche geben. Diese Körner bedecken sie anschliessend mit kochend heißem Wasser. Die Gesamtmenge darf nur etwa ein
Drittel bis max. die Hälfte des möglichen Inhalts der Thermoskanne sein. Denken
Sie daran dáss sich der Mais stark ausdehnt.
Diesen großkörnigen und harten Mais, ziehen sie mit einer Ködernadel auf ein
Haar - Vorfach.
Weitere sehr fängige Particles sind auch Tigernüsse, Kichererbsen oder Maples.
Erbsen lassen sie etwa 10 Stunden in Wasser quellen und kochen sie anschliessen
solange, bis sich die Erbsen zwischen zwei Fingern gerade zerdrücken lassen. Die
Tigernüsse müssen ebenfalls etwa einen halben Tag eingeweicht werden, allerdings
bleiben diese relativ hart.
Boilie-Mixe
Variante 1
Variante 2
250 gr. Forelli-Mehl
300 gr. Birdfood
150 gr. Birdfood
300 gr. Grieß
250 gr. Grieß
300 gr. Sojamehl
200 gr. Maismehl
100 gr. Casein
150 gr. Casein
Variante 3
400 gr. Erdnußmehl
300 gr. Fischmehl
200 gr. Maismehl
300 gr. Griéß
100 gr. Milchpulver
300 gr. Maismehl
300 gr. Grieß
100 gr. Sojamehl
Variante 5
Variante 6
300 gr. Maismehl
300gr. Maismehl
200 gr. Sojamehl
300gr. Sojamehl
200 gr. Hanfmehl
200gr. Grieß
100 gr. Milchpulver
200gr. fein gemahlenen Weizen
300 gr. Grieß
Variante 7 350gr. Kürbiskernmehl 250gr. Grieß 150gr. Maismehl 150gr. fein gemahlener Weizen 100gr. Nussmehl
Diese sieben Mixe stellen die Basis der von mir benutzten Boilies dar.
Selbstverständlich sollten sie den den Grundmischungen anschließend Aromen ihrer
Wahl zusetzen. Welches Aroma dies ist spielt eigentlich keine große Rolle.
Folgende Regeln müssen bei der Verwendung von Aromen allerdings eingehalten
werden.
1. Halten sie sich an die Mengenangaben der Hersteller. Weniger ist immer
möglich, mehr sollten sie nicht nehmen.
2. Verwendet beim Anfüttern und beim Angeln die gleichen oder zumindest ähnliche
Aromen
3. Regelmäßiges Anfüttern mit einem billigen Aroma bringt mehr als
gelegentliches Verwenden von ausgefallenen Aromen.
4. Experimentieren ist erlaubt, erfolgreich und was noch viel wichtiger ist, es
macht Spaß.
Geräte
So vielseitig wie das Karpfenangeln, sind natürlich auch die
benutzten Ruten und Rollen. Beim Posenangeln bzw. am kleinen Teich kann von der
groben Match- oder Feeder Rute bis zur normalen Grundrute alles zum Einsatz
kommen.
Bei der Wahl des Geräts sollte man sich hier nach dem Gewässer und dessen
Besonderheiten, sowie der möglichen Grösse der beangelten Karpfen richten.
In einem hindernisfreien kleinen Gewässer, macht es großen Spaß mit Waggler und
Matchrute auf Karpfenjagd zu gehen.
Ansonsten hat sich das Karpfenfischen mit speziell dafür entwickelten Ruten, vor
allem an großen Gewässern inzwischen durchgesetzt. Diese Ruten sollten zwischen
3,60m und 3,90m lang sein. Je nach Gewässer muss das Wurfgewicht zwischen 2lbs
und 3lbs liegen.
Ich persönlich gebe inzwischen den 3,90m und 3lbs Ruten den Vorzug.
Monofile Schnur, mit Durchmessern zwischen 0,25 und 0,35 mm muss je nach
Gewässer ausgewählt werden. Umso mehr Hindernisse im Gewässer erwartet werden
können, bzw. um so schwerer die Zielkarpfen, desto dicker sollte auch der
gewählte Schnurdurchmesser sein. Im allgemeinen ist man mit einer 0,30mm starken
Leine richtig beraten.
An Haken verwendet man üblicherweise Hakengrößen zwischen 1 und 8. Beim
Boliefischen muss der Haken auch der Größe der gewählten Boilies angepasst sein,
da ansonsten die Karpfen nicht mehr sicher gehakt werden.
20mm Boilies =>
Hakengrösse 1 bis 4
16-18 mm Boilies => Hakengrösse 4-6
12-14 mm Boilies => Hakengrösse 6-8
Bei den Rigs für das Boilieangeln verwendet man am besten die erprobten
Varianten. Achtet dabei auf folgendes:
- Das Haar tritt auf der Schenkel - Außenseite des Hakens aus
- die Hauptschnur tritt auf der Schenkelinnenseite des Hakens aus
- das Anti-Tangle Rohr, bzw. der Anti-Tangle Schlauch ist bei der Durchlauf -
Montage länger als das Vorfach
- Bei der Selbsthak-Methode wird der Stopper kurz nach dem Ende des Anti -Tangle
gesetzt
- neben dieser Montage werden meist Helikopter Montagen in verschiedenen
Ausführungen benutzt
- die Bleie bzw. Rohre können mit Gummis direkt mit dem Wirbel verbunden werden.
Dies reicht als Widerstand zum Selbsthaken normalerweise aus
Verwertung
KARPFEN GEBRATEN
2 Karpfen, klein
1/4 l Kalbsfond
4 Tomaten; entkernt und geviertelt Herbstliche Salate; wie Endivie, Feldsalat,
Radicchio, Rucola Salzkartoffeln MARINADE SALAT 3 EL Olivenoel 2 EL Balsamessig
1 Schuss Zucker
Karpfen von Schuppen befreien und halbieren, diese Hälfte in zwei Stücke
schneiden - mit Gräten - salzen und pfeffern. Kalbsfond einkochen lassen und mit
Salz und Pfeffer abschmecken.
Karpfen leicht mehliert in Butterschmalz von allen Seiten braten dabei ständig
mit dem Bratsud begiessen. Bratzeit 8-10 Minuten.
Für den Salat die Salatsorten säubern, trocknen und in mundgerechte Stücke
schneiden. Mit den Tomaten und der Marinade gut vermengen. Karpfen mit
Kalbsfond, Salat und Salzkartoffeln servieren.
4 Personen
1 frischer Karpfen von ca. 1,5 – 2 kg Gewicht
4 – 8 Lorbeerblätter
Ca. 100 g Schinkenspeck oder Rauchfleisch
Salz Zitronensaft
2 EL Mehl
3 EL Öl
Zubereitung:
Einen sehr frischen Karpfen gründlich innen und außen mit viel kaltem
Wasser reinigen. Anschließend den Fisch mit einem scharfem Messer oder der
Geflügelschere der Länge nach halbieren. Den Kopf eventuell entfernen. So
entstehen zwei etwas flachere Fischstücke.
Diese auf beiden Seiten mit Salz und Zitronensaft einreiben. Auf jeder
Fischhälfte an der Hautseite, in Abständen von 6 – 8 cm, mit einem scharfem
Messer so tiefe Einschnitte einschneiden, damit man eine dünne Scheibe
Rauchfleisch hinein stecken kann. In jeden Einschnitt eine Scheibe Speck und
jeweils ein halbes Lorbeerblatt einschieben.
Den fertig vorbereiteten Karpfen auf beiden Seiten mit Mehl bestäuben und in
einer großen Pfanne auf jeder Seite knusprig anbraten. Backofen auf 200 ° C
vorheizen. Eine große Auflaufform oder die Fettpfanne vom Backofen
bereitstellen, die beiden angebratenen Karpfenteile nebeneinander, oder
übereinander in die Form geben. Mit 1 – 2 EL Öl übergießen und im Backofen ca.
30 – 40 Minuten fertig braten lassen.
Dazu serviert man einen lauwarmen Kartoffelsalat mit Gurken gemischt. Der
gebackene Karpfen schmeckt aber auch, zusammen mit frischem Bauernbrot und einem
knackigem Gurkensalat mit reichlich frischem Dill, sehr gut .
Zutaten für 4-6 Portionen:
2 Karpfen mit je 1,5 kg
Salz, Pfeffer, Weizenmehl
(auch gemischt mit Weizengrieß)
. . . zum Ausbacken:
Butterschmalz
Zitronenscheiben und
Petersilienzweige zum Garnieren
Für Karpfen gebacken "fränkisch" wird der ausgenommene und geschuppte Karpfen entweder der Länge nach in zwei Hälften geteilt (gespalten) oder quer in 2-3 cm breite Stücke (Tranchen) zerteilt. Die Tranchen lassen sich im normalen Haushalt leichter zubereiten, weil zum Ausbacken viel geringere Mengen an Fett nötig sind.
Zubereitung:
Die vorbereiteten Karpfenhälften oder Tranchen kräftig salzen,
leicht pfeffern und ca, eine halbe Stunde ziehen lassen. Das Ausbackfett
in der Friteuse oder in einem geeigneten Topf auf 160° C bis 180° C erhitzen
(kleinere Fischstücke brauchen größere Hitze. größere [dickere] Fischstücke
niedrigere Hitze).
Die Karpfenstücke in Weizenmehl oder in einem Gemisch aus Weizenmehl und
Weizengrieß wenden und ins heiße Fett einlegen. Schwimmend backen, bis die
Karpfenstücke goldbraun und knusprig sind, Fischstücke herausnehmen, auf
Küchenkrepp kurz abtropfen lassen, mit Zitronenscheiben und Petersilie garnieren
und sofort servieren. Als Beilagen sind Kartoffelsalat und Blattsalate zu
empfehlen.
Karpfen mit Kartoffelschuppen
Zutaten für 4 Personen
300 g festkochende Kartoffeln
100 g Butter
Salz, frisch gemahlener weißer Pfeffer
300 g frische Spinatblätter
1 Knoblauchzehe
100 g Sahne
4 Karpfenfilets (grätenfrei)
etwas Zitronensaft
1 Eiweiß
Zubereitung:
Die Kartoffeln waschen, schälen und auf dem Gurkenhobel in sehr feine Scheiben
schneiden.
40 g Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Kartoffelscheiben
darin kurz andünsten. Von der Kochplatte nehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Spinat verlesen und gründlich waschen. Die Knoblauchzehe schälen und
zerdrücken. In 20 g Butter kurz andünsten, den Spinat zugeben und zusammenfallen
lassen. Die Sahne unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Den Backofen auf 220°C vorheizen.
Die Karpfenfilets mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer
würzen. Eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten und die Karpfenfilets mit
der Hautseite nach unten nebeneinander hinlegen.
Das Eiweiß verquirlen und die Filets damit bestreichen. Die Kartoffeln
schuppenartig darauf legen. Die restliche Butter in Flöckchen darauf verteilen
und den Fisch auf der mittleren Schiene des Ofens etwa 15 Minuten bei 180°
garen.
Den Spinat auf vier vorgewärmte Teller verteilen und mit den Karpfenfilets belegen.